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18 VivArt

Es kommt nicht alle Tage vor, dass sich jemand wie Helmut Zerlett überraschen lässt. Als der Bandleader aus der Harald Schmidt Show jedoch die Rotweine von Christian Peth entdeckte, riss eine Mauer ein. Von Manfred Lüer

Zum ersten Mal sahen sie sich im Oktober 2010 auf dem Symposium CHEF-SACHE, bei dem Starköche die Bühne entern. Ein gemeinsamer Freund hatte zuvor den Email-Kontakt zwischen dem Winzer und dem prominenten Musiker geknüpft. Christian Peth erhoffte sich von Helmut Zerlett eine Weinexpertise für seine Homepage, aber der zeigte sich anfangs gar nicht so begeistert: „Rotwein aus Deutschland, aus Rheinhessen, lass mal kommen. Ja, ja.“

Der Bandleader aus der Harald Schmidt Show, Multitalent, Musiker, Komponist und Produzent, wollte einfach kein Spielverderber sein. „Dermit demSchmidt spielt“, titelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung über das stets gut gelaunte Kölner Urgestein, dessen Familie französischeWurzeln hat. Nun sitzt er jedoch mit Kappe und fröhlichem Lächeln als Weinpraktikant in einer Probierstube in Bermersheim und

hat soeben geholfen, 7.000 Flaschen Beerenauslese und Trockenbeerenauslese für den chinesischen Markt zu eti-kettieren. Sein „Chef“, Winzer Christian Peth, ist zufrieden mit Zerlett. Zerlett gesteht: „Christians Rote haben bei mir Mauern eingerissen. Dass deutscher Riesling spitze ist, war mir klar, als ich die Weine von Gunter Künstler aus Hoch-heim getrunken habe. Aber Rotwein? Und aus Rheinhes-sen?“

Dann schenkt Christian Peth den für Zerlett ersten „Ham-merwein“ aus – und das für unter zehn Euro. Ein sogenann-ter „Basisroter“, die Assemblage unfiltered. Eine ganz und gar ungewöhnliche Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Dorn-felder und Cabernet Mitos. Davon gibt es auch 18-Liter-Fla-schen und ein solches Melchior-Format ruht bereits in Hel-mut Zerletts Keller ... „Tiefrote Farbe, saftige Beerenfrucht, Schokolade, substanzreich, passendes Tannin –macht rich-tig Spaß“, so lautet seine Beschreibung. Ungewöhnlich ist auch, dass dieser Gutswein (!) nicht sofort getrunken wer-den muss, sondern von der Reife profitiert. Der 2009er ist jetzt noch jung und zeigt richtig strammen Tanninbiss, al-lerdings ohne jegliche Härte. Der 2007er hingegen scheint

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