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zierungskonzepten bereits eingestellt.Wolfgang Baatsch hat das Beratungsteamder Bank für den Landwirtschafts-sektor zwar aufgebaut, ist mittlerweile aber schon längst kein Einzelkämpfer mehr. Seit 2009 wurde diese Abtei-lung innerhalb der Bank sukzessive erweitert, in den Nie-derlassungen Wörrstadt und Nierstein sind insgesamt fünf Mitarbeiter für den Bereich Agrar zuständig.

Genaue Beobachtung der Agrarmärkte

Der Rest ist Banker-Business as usual: Baatsch und sei-ne Kolleginnen und Kollegen müssen nicht nur die Ent-wicklung auf den Agrarmärkten ganz genau beobachten, sondern auch immer auf dem neuesten Stand sein, was die Gesetzgebung betrifft. Die Landwirtschaft wie auch die Entwicklung des ländlichen Raums haben innerhalb der Europäischen Union einen hohen Stellenwert, und das lässt sich die EU auch durchaus etwas kosten. ImGe-genzug dazu sind die an die Förderung geknüpften Be-dingungen sowohl von Brüssel aus als auch seitens der Bundesregierung stark reglementiert. Um ihre Klientel also optimal beraten zu können, müssen die Volksbanker daher über öffentliche Fördermittel ebenso Bescheidwis-sen wie über neue Marktanforderungen, Agrarpreis- und Personalkostenentwicklungen sowie über neue Techno-logien.

Landwirte und Winzer – eine begehrte Kundengruppe

Für die Volksbank steht die Betreuung der Agrarkunden im Mittelpunkt ihres Handelns und ist Teil ihres genos-senschaftlichen Förderauftrags. Das wird von Landwir-

ten und Winzern gerne honoriert: „Unsere intensiven, ganzheitlichen Betreuungsmaßnahmen haben da-zu geführt, dass mehr als 80 Prozent der Kunden aus dem landwirtschaft-lichen Bereich die Volksbank Alzey als Hauptbankverbindung gewählt haben“, berichtet Baatsch nicht ohne Stolz. Was aber macht den land- und weinbauwirtschaftlichen Bereich so attraktiv für das Bankgewerbe? Beim Agribusiness, erklärt er, handelt es sich langfristig um einen Wachs-tumsmarkt. Die globalen Anbauflächen schrumpfen stetig, während die Weltbevölkerung gleichzeitig weiter wächst. Das stellt die landwirtschaftliche Produktion vor große Herausforderungen. Auch werden Agrarbetriebe im Bereich der Energieerzeugung in Zukunft eine immer größere Rolle spielen – durch den Anbau von Landwirt-schaftsprodukten zur Gewinnung von Biokraftstoffen oder durch die Nutzung von Flächen für Anlagen zur Er-zeugung von regenerativer Energie.

„Nicht zuletzt aber ist es auch ihre wertkonservative Grundeinstellung, die Landwirte und Winzer zu einer attraktiven Klientel für das Bankgewerbe macht. Sie ver-fügen meist über eine relativ hohe Eigenkapitalquote von 40 bis 70 Prozent und haben eine hohe Achtung vor Fremdkapital“, so Baatsch abschließend. Das bedeute, dass die Zahlungsmoral von Landwirten undWinzern im Allgemeinen sehr gut sei.

Ganz im Sinne seiner bodenständigen Klientel denkt der Banker denn auch eher in langfristigen Zeiträumen, statt auf kurzfristige, risikoreiche Renditen zu schielen. Geduld zu haben und den richtigen Zeitpunkt abzupassen sind schließlich auch Eigenschaften, die einen guten Landwirt und Winzer ausmachen. Erst letztes Jahr hat Wolfgang Baatsch seinen ersten Single-Malt-Whisky, einen rein aus Gerstenmalz hergestellten Hochprozentigen, gebrannt. Der muss nun mindestens drei Jahre in Eichenfässern lagern. Aber die Aussicht auf das erste Glas mit der gold-braunen, leicht rauchig schmeckenden Flüssigkeit aus eigener Produktion lässt Baatsch diesen Reifungsprozess gelassen abwarten.

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