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Beständig drehen sich die Windräder auf dem Kloppberg bei Alzey. Von der höchsten Erhebung in Rheinhessen hat man einenweiten Blick über das EWR-Land: ImWesten und Norden reicht es bis in die Vororte von Bad Kreuznach und Mainz, imOsten über den Rhein ins südliche Ried, imSüden bis nachWorms, zum Sitz von EWR.

Unter den surrenden Rotoren der Windräder werden die 100 Jahre Unternehmensgeschichte greifbar: Lieferten jahrzehntelang fast ausschließlich der fossile Brennstoff Kohle sowie Atomkraft den Strom, so übernimmt dasmehr und mehr Mutter Natur mit ihren regenerativen Töchtern Sonne, Wasser undWind.

Jürgen Raquet und Fred Jené schauen entspannt über den Windpark am Kloppberg. 1995 waren beide Pioniere: Sie speisten als Erste Windenergie ins EWR-Netz ein. „Immer wieder hatte ich Jürgen mit der Idee von einem Windrad regelrecht genervt“, erinnert sich Jené. „Bis Jürgen sagte: ‚Jaja, dann probierenwir jetzt einWindrad zu bauen − dann bist du aber still!‘ Gesagt, getan.

Die Anlagen amortisierten sich innerhalb von vierzehn Jahren schnell und lieferten rechnerisch zusammen genug Strom, um das 350-Einwohner-Dorf Hochborn, am Fuße des Kloppbergs, zu versorgen. Im vergangenen Jahr wur-den beideWindräder durch neue, leistungsstärkere ersetzt.

„Die alten Räder konnten wir noch nach Litauen verkaufen. Durch den Neubau am selben Standort bekommen wir jetzt noch einen Repowering-Zuschlag, eine höhere Ein-speisevergütung!“, erklärt Fred Jené. Insgesamt 10,11 Cent pro Kilowattstunde erlösen Fred Jené und Jürgen Raquet. Heute betreibt er ein eigenesWindrad und ist bei zwei wei-teren Rädern einer von acht Anteilseignern.

Zurzeit stehen in ganz Rheinhessen mehr als 100 Wind-kraftanlagen. Rechnet man die Fotovoltaikanlagen hinzu, dann hat EWR bereits mehr als 4.000 Anlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) angeschlossen.

Pioniergeist bewiesen 1911 auch die Rheinische Schuckert-Gesellschaft inMannheimund die Stadt Worms, als sie die Elektrizitätswerke Rheinhessen gründeten. Versorgt wer-den sollte eine ländliche Region ohne nennenswerte Groß-betriebe, die eine stete Stromabnahme hätten garantieren können. Ein unternehmerisches Risiko. Weil aber während des Ersten Weltkrieges Rohstoffe wie Petroleum, Gas und Benzin knapp wurden, brauchten immer mehr private Haushalte Strom. „Der feste Glaube, dass Elektrizität schon bald die Antriebskraft des 20. Jahrhunderts sein würde, führte unsere Gründerväter zu bahnbrechendem Erfolg“, stellt EWR-Vorstand Helmut Antz heute fest.

EWR fördert die Verbreitung elektrischer Dreschmaschinen und Heißwasserbereiter. Schülerinnen lernen um 1935 mit den Salvis-Herd zu kochen.

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